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Was läuft falsch in der Kirche ?


Evangelischer Kirchentag

Evangelischer Kirchentag in Dortmund:  Mit einem Workshop für "Vulven malen" .

Lesen Sie zuerst den  Artikel der WELT 

Geht es noch abgeschmackter?  ... und das auf einem Kirchentag. Was ist da los in der Kirche?


Eine Kirche, die mit solchen sittlichen Entgleisungen und parallel dazu immer mehr als politische Partei auftritt , handelt gegen Ihre grundsätzliche Bestimmung.  Sehr bedauerlich, wo bleibt der Protest aus den eigenen Reihen?


Rechtfertigung der EKD zu dem Thema:

Nachdem ich hierzu meine Meinung den örtlichen Vertretern der Kirche mitgeteilt hatte, bekam ich am 26.Aug. 2019 auch eine Antwort des EKD per email: (Fett gedruckte Zeilen durch Recht-Freiheit)


"Sehr geehrter Herr Amann, Ihre E-Mail hat den bundesweiten Info-Service der evangelischen Kirche erreicht. Gern reagieren wir.

Der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) wird von einem eigenständigen, von der EKD unabhängigen Verein verantwortet, organisiert, veranstaltet und finanziert. Seit 1949 ist der Kirchentag ein bewährtes offenes Forum des Diskurses zwischen Kirche und Gesellschaft und stellt sich dabei bewusst auch kontroversen Themen, denen sich verfasst Kirche allein nicht stellen könnte und wollte. 

Wenn Gott uns die Gabe der Sexualität geschenkt hat, dann sollte man damit nach Möglichkeit auch offen umgehen können. Dabei lässt sich über Geschmack und Inhalte streiten. Wir bedauern jedoch sehr, dass Sie nur eine von rund 2.500 Veranstaltungen innerhalb von vier Tagen wahrnehmen, die in evangelischer Freiheit auszuhalten ist. Zur Teilnahme an diesem Workshop wurde schließlich niemand gezwungen (...)

Mit freundlichen Grüßen"      (Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) Kirchenamt - Stabsstelle Kommunikation, Hannover)

 

Nun, das klingt nicht nach Distanzierung, sondern nach Toleranz. Ein offener Umgang mit Sexualität ? in dieser Form ? Was ist nächstes Jahr dran? Phallusfiguren aus Holz schnitzen? 

Wenn man so will - Gott hat uns auch Sittlichkeit gegeben, das steht an vielen Stellen in der Bibel. Und - auch wenn dies nur eine von (wie angegeben) 2500 Veranstaltungen war, war das eine zuviel.  

Im Allgemeinen wird auch von Kirchenvertretern gerne das Mantra des "Wehret den Anfängen" benutzt, hier allerdings scheint das zu gelten.


"Toleranz ist die letzte Tugend einer verkommenden Gesellschaft. Wenn eine unsittliche Gesellschaft unverholen und hochmütig alle Gebote verletzt hat, besteht sie auf eine letzte Tugend: Toleranz für Ihre Unsittlichkeit. Sie wird keine Verurteilung Ihrer Perversion tolerieren. Sie schöpft eine ganz neue Welt, in der nur die intolerante Kritik des unerträglich Bösen das Böse ist. "

Zitat Hutton Gibson, Vater u.a. des Schauspielers Mel Gibson


Gibt es Kritiker aus den eigene Reihen ?

Doch es gibt Ihn, den Protest aus den eigenen Reihen:   Helmut Matthies:

Helmut Matthies * 7. Mai 1950 in Dungelbeck bei Peine in Niedersachsen ist ein deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer, evangelikaler Journalist und bis 2017 Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

1997 erhielt Matthies den Stiftungspreis der Stiftung „Ja zum Leben“.

Matthies erhielt die Ehrendoktorwürde der staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel (STH Basel).

2007 nahm Matthies als Chefredakteur für idea den Walter-Künneth-Preis entgegen.

2009 erhielt Matthies den Gerhard-Löwenthal-Preis für Publizisten.


Am 16. Februar 2016 veröffentlichte Hr. Matthies einen Artikel in der Ev. Nachrichtenagentur IDEA, der das grundsätzliche Problem der Kirchen möglicherweise gut beschreibt:

Ist Politik wichtiger als der Glaube? Über das Verhältnis von Kirche und Politik. Ein Kommentar von Helmut Matthies: 


Wenn Politiker auf Landes- oder EKD-Synoden Grußworte sprechen, gibt es stets nur Schulterklopfen für das Engagement der Kirchen. Bei SPD und Grünen ist das verständlich, vertreten doch fast alle Landeskirchen politisch weithin ähnliche Positionen wie sie (von den letzten vier EKD-Ratsvorsitzenden gehörten gleich drei zur SPD mit während der Amtszeit ruhender Mitgliedschaft). Dass CDU/CSU-Minister die Kirchen trotzdem auch nur loben, könnte an Diplomatie, Angst vor zu wenig Beifall oder Feigheit liegen. Umso ungewöhnlicher ist, dass jetzt der (zusammen mit Außenminister Steinmeier (SPD)) beliebteste deutsche Politiker, Wolfgang Schäuble (CDU), aus Anlass des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 in einem kirchlichen Blatt schrieb: „Manchmal … entsteht der Eindruck, es gehe in der evangelischen Kirche primär um Politik, als seien politische Überzeugungen ein festeres Band als der gemeinsame Glaube.“


Wenn Kirche nur über Politik redet

Diese Kritik wird seit Jahrzehnten längst nicht mehr nur von evangelikaler Seite geübt. Doch davon völlig unberührt, findet sie Bestätigung in vielen kirchlichen Äußerungen. Beim kürzlichen Jahresempfang der Evangelischen Akademie Tutzing (gleichzeitig faktisch auch der bayerischen Landeskirche) war fast alles vertreten, was protestantischerseits Rang und Namen in Bayern hat. Welch eine Chance für die Kirche, das, was nur sie zu den entscheidenden Fragen sagen kann, auch zu äußern: wie man mit Schuld, Leid und Tod fertig werden kann, also das Evangelium von Jesus Christus! Stattdessen sprach der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, fast nur über Flüchtlingspolitik. Wie Politiker am Buffet danach zu Recht bemerkten: Das kennen wir alles schon – eben aus der Politik. Bedford-Strohm kann auch fromm reden. Doch warum hat er es ausgerechnet bei dieser Gelegenheit nicht getan?


Ein tiefer werdender Graben durch Deutschland

Und wenn die Kirche unbedingt meint, in einer Demokratie mit zahlreichen Parteien auch noch viel über Politik reden zu müssen, dann sollte sie es nicht einseitig tun. Denn politische Voten führen dazu – so Schäuble weiter –, dass sich Christen mit abweichenden Auffassungen schnell ausgeschlossen fühlten. Ein Beispiel dafür ist die Flüchtlingsdebatte. Über die Hälfte der Deutschen ist laut Umfragen mit der Politik der Bundesregierung hier nicht einverstanden. Der „Spiegel“ titelte deshalb zu Recht: „Ein Graben“ geht durch Deutschland. Und er wird immer tiefer. Die Kirche kritisiert dabei permanent den starken Zuwachs rechtsextremer Attacken, und Konservative kontern: Es hat 2015 mehr linke (965) als rechte (921) Gewalttaten gegeben. Wer bringt nun beide Seiten an einen Tisch? Dies gelang Christen und Kirchen nach dem Fall der Mauer in der DDR mit Vertretern völlig gegensätzlicher Positionen.


Hat Wolfgang Schäuble recht?

Heute würden Bürger, die über die Masseneinwanderung besorgt sind, vermutlich nicht mehr kirchlichen Einladungen folgen – nach allem, was sie von dort an Kritik zu hören bekommen. Da werfen Kirchenrepräsentanten einer Symbolfigur der Opposition in der Flüchtlingsfrage, Frauke Petry, menschenverachtende Aussagen vor, erklären, ihre Partei bestehe aus von Hass getriebenen „Räubern“, und widersprechen nicht einmal, wenn ein CDU-Politiker sie als „geisteskrank“ bezeichnet. Haben konservative Christen – wie Frau Petry – keinen Anspruch auf Menschenwürde? Es wäre eine Aufgabe der Kirche, zum „Brückenbau“ über den Graben, ja wenn möglich sogar zur Versöhnung beizutragen. Warum tut sie es nicht? Hat Schäuble also recht, wenn er schreibt, manchmal seien die politischen Überzeugungen in der evangelischen Kirche „ein festeres Band als der gemeinsame Glaube“?

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Interviews mit Hr. Matthies:

Ist die evangelische Kirche noch evangelisch? - Helmut Matthies  Teil 1/2 Interview 1/2   

Einige Zitate aus diesem Interview seitens Hr. Matthies: 

" ... das fast alle Kirchenleitungen, einschließlich des Rates der EKD theologisch und politisch einseitig besetzt sind. Konservative, selbst CDU Leute, sind in sämtlichen Kirchenleitungen Exoten. Man hat generell noch einen dabei, so zu sagen als Feigenblatt, aber generell wird eine Rot-Grüne politische Richtung betrieben und theologisch eine links-liberale "


Hr. Matthies empfiehlt, als konservativer Theologe oder Christ mutig aufzutreten, sich zu wehren, aufzustehen und notfalls sogar im Gottesdienst, wenn Pfarrer politisch predigen oder Irrlehren verkünden, sich mutig laut bemerkbar zu machen und zu sagen, ich sehe es anders, oder - wer sich das nicht traut - in die Kollekte einen Zettel legen und seine Meinung kundtun, denn diese werden überlicherweise von Kirchenvorstehern ausgezählt und die lesen das dann und werden den Fall ansprechen.


Ist die evangelische Kirche noch evangelisch? - Helmut Matthies  Teil 1/2 Interview 2/2 

Einige Zitate aus diesem Interview seitens Hr. Matthies: 

"... 1959 hatte die ev. Kirche 42 Mio Mitglieder, heute sind es noch ca. 22 Mio Mitglieder, also so gut wie halbiert. Das hängt damit zusammen, das die Kirche für viele in seinen Aussagen als Kirche nicht mehr identifizierbar ist. Ich bedaure das, weil damit diejenigen fehlen, die Widerstand leisten, dazu können wir gegenwärtig gar nicht genug haben.  Damit eine Politisierung, wie ich Sie jetzt schon seit 40 Jahren beobachte in der EKD, gemindert wird und man sich wieder auf das Zentrum konzentriert,  nämlich die Fragen der Menschen zu beantworten, die nur die Kirche wirklich beantworten kann, nämlich nach Leidschuld und Tod - das kann nur Kirche."


" Man sollte nur noch Pfarrer einstellen, die eindeutig erklären: ja, ich stehe für das was in dem apostolischem Glaubensbekenntnis zu finden ist. (...) es gibt zahlreiche Pfarrer und Bischhöfe; z.B. Frau Käßmann hat als Bischhöfin gesagt, daß für Sie die Jungfrauengeburt kein Thema sei, das müsse man nicht glauben, dabei hängt an dieser Jungfrauengeburt sehr viel, denn wenn Jesus nur ein Mensch wie jeder andere war, dann hätte er uns nicht erlösen können, so einfach ist das. Eine ganze Reihe Pfarrer und Bischöfe glauben nicht daran, daß Jesus leibhaftig auferstanden ist. Der Apostel Paulus sagt, wenn man nicht an die Auferstehung glaubt, dann ist der Christliche Glaube tot (...) . Das leitende Leute in der Kirche das sagen, ist ein Skandal."


" (...) Ein anderes Problem, warum sich nichts ändert, ist die Tatsache, daß die Kirche immer noch im Geld schwimmt (...) es sind ca. 6 Milliarden Euro, was die ev. und kath. Kirche jährlich einnehmen. Die Gelder werden von wenigen Leuten in Kirchenleitungen, die von Synoden bestimmt werden, verwaltet, und hier kommen wir wieder auf das alte Thema, Synoden und Kirchenleitung sind einseitig besetzt (...) deshalb wäre es wichtig, daß die Synoden direkt gewählt werden würden. (...) Das EKD als oberstes Gremium hat von den 15 Mitgliedern mit 14 Stimmen für die Ehe für alle gestimmt - die kirchliche Basis denkt hier völlig anders - das haben Umfragen ergeben -  was die einseitige Besetzung der Synoden zeigt."


" Die Bindung an Christus ist in vielen Fragen aufgegeben worden, z.B. beim Lebensrecht. Sie hören so gut wie keine Stimme in der EKD gegen das größte Unrecht der Nachkriegszeit, nämlich die Abtreibung "


Beispiele einer "Politisierung" der Kirche  (Quelle: https://www.ekd.de )

Rechtspopulismus: 

Die Synode hat in einem Beschluss zu den Gefahren des Rechtspopulismus ein Statement gegen Ausgrenzung und Hetze gesetzt. „Wir können uns nicht neutral verhalten, wenn Menschen ausgegrenzt, verachtet, verfolgt oder bedroht werden“, heißt es. Alle Mitglieder der Kirche sollen sich denen entgegenstellen, die gegen jüdische Nachbarn hetzen oder gewaltsame Angriffe auf Juden tolerieren. Außerdem bittet die Synode die Landeskirchen, in der Ausbildung von Vikaren darauf zu achten, dass sie rechtspopulistischen Einstellungen begegnen können.

Migration

Die evangelische Kirche soll sich nach einem Beschluss der Synode weiter für ein gemeinsames europäisches Asylsystem mit hohen Verfahrens- und Aufnahmestandards einsetzen. Außerdem brauche es sichere und legale Wege für Schutzsuchende in die EU, ein europäisches Neuansiedlungsprogramm, eine Vergabe humanitärer Visa und einen erleichterten Familiennachzug.

Kohleausstieg

Die Synode sprach sich in einem Beschluss für einen zügigen Ausstieg aus der Kohleverstromung aus. Sie forderte die verantwortlichen Politiker auf, sich dafür einzusetzen, dass das Pariser Klimaabkommen umgesetzt wird und die deutschen Klimaziele noch erreicht werden. Des weiteren sprach sie sich dafür aus, ein konkretes Kohleausstiegsdatum festzulegen. Die Politik sei gefordert, den damit verbundenen Strukturwandel konsequent sozialverträglich zu gestalten

Ehe für alle 

Die Kirchensynode brachte am Samstag in Frankfurt am Main ein entsprechendes Kirchengesetz zur Änderung der sogenannten Lebensordnung ein. Seit 2013 ist in der EKHN die Segnung von homosexuellen Partnerschaften und die Trauung von heterosexuellen Paaren rechtlich und theologisch gleichgestellt. Nur der Begriff "Trauung" ist bislang allein heterosexuellen Verbindungen vorbehalten. Das Gesetz soll im Herbst dieses Jahres verabschiedet werden und Anfang 2019 in Kraft treten.

Anlass für die Novellierung ist die Einführung der Ehe für alle im vergangenen Juni durch den Deutschen Bundestag. Seitdem entfällt die Möglichkeit, eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen. Die Novellierung folge der geänderten staatliche Rechtslage und sei "inhaltlich kein großer Schritt", sagte Oberkirchenrätin Petra Zander. Nach dem Gesetzentwurf zur Änderung der Lebensordnung ist für Eheschließungen gleichgeschlechtlicher und heterosexueller Paare nur die Trauung vorgesehen. Entsprechend der staatlichen Regelung soll es künftig auch möglich sein, die Segnung eingetragener Lebenspartnerschaften in eine Trauung umwandeln zu lassen, rückdatiert auf den Tag der Segnung der eingetragenen Lebenspartnerschaft.

Darüber hinaus sollen wie bisher ein Pfarrer, eine Pfarrerin oder der Kirchenvorstand die Trauung eines gleichgeschlechtlichen Ehepaares ablehnen können. Dann beauftragt der Dekan oder die Dekanin eine andere Person mit der Trauung. Falls der Kirchenvorstand ablehnt, muss eine andere Gemeinde gefunden werden, in der die Trauung stattfinden kann.       


Schlußwort:

Der vornehmste und wichtigste Auftrag der Kirche ist es, das Evangelium zur Welt zu bringen, zu den Menschen in der Nähe und in der Ferne, und das auf eine einladende Weise.... 

so steht es richtigerweise, wie ich finde, auf der Homepage der EKD, zumindest in der Einleitung.
Wenn das so ist, warum aber dann überhaupt diese - und dann noch einseitige -  Politisierung ?  Warum diese sittlichen Entgleisungen? 

Eine "Gleichstellung" von nicht heterogenen Lebensgemeinschaften mit der traditionellen Ehe ist sowohl aus theologischer Sicht als auch staatlicher Sicht unvereinbar. Die Kirche opfert ein heiliges Sakrament auf den "politischen Altären", der Staat entbindet sich von einer seiner wichtigsten Funktionen: Familie zu fördern. 

Ist es aus theologischer Sicht nicht der "göttliche Gedanke"...Gott erschuf Mann und Frau... ?

Und sollte die Sichtweise des Staates nicht diese sein, daß die Familie eine Gemeinschaft zur Zeugung, Aufzucht und Erziehung von Nachkommen, und somit zum Zweck der Sicherheit des Fortbestandes der Gesellschaft ist?  Ist die Familie nicht zuletzt deshalb auf die Ehe zwischen Mann und Frau gegründet, da nur diese Kinder zu zeugen vermögen ? 


Da sich Kirchenvertreter gerne auf Bibelzitate berufen, erlaube ich mir, das auch zu tun:

Zitat aus Matthaeus 7; Jesus sagte:

Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.


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